Pole Dancing

Wenn man den Begriff “Pole Dancing” hört ist das erste Bild, dass einem ins Gedächtniss schießt, ein Stripclub, in dem eine spärlich bekleidete Frau vor angetrunkenen Gästen an einer Stange tanzt.

Wenn es nach denen geht, die Pole Dancing in ihrer heutigen Form praktizieren, ist dieses Bild bald Vergangenheit: Sie sehen Pole Dancing als (Leistungs-) Sportart, die den ganzen Körper trainiert und sowohl Ausdauer als auch Kraft verbessern kann.

In den letzen Jahren haben sich viele Vereine, Verbände und spezialisierte Pole Dance Studios und -Kurse gebildet und der Sportart zu einer gewissen öffentlichen Popularität verholfen.

Die Herkunft von Pole Dancing ist älter, als man es auf den ersten Blick vermuten würde. Im 12. Jahrhundert war in Indien das sogenannte “Mallakhamb”, was übersetzt etwa “Stangenwrestler” bedeutet, eine verbreitete Trainingsmethode für Wrestler, die durch Übungen an einer Stange ihre Reflexe, Beweglichkeit und Kraft trainierten. Zur etwa gleichen Zeit wurde auch in China die Akrobatik an einer Stange populär, allerdings aus einem etwas anderen Grund: Chinesische Zirkusartisten (etwa vergleichbar mit dem heutigen “Cirque du Soleil”) haben in Ihren Auftritten an Stangen getanzt und durch ihre Kraft und Körperbeherrschung die Zuschauer beeindruckt.

Beim heutigen Pole Dance werden meist Stangen aus Metall mit einem Durchmesser von 4-5 cm und einer Höhe von mindestens 2.5m verwendet. Im Vergleich mit den weitaus dickeren und meist aus Holz bestehenden Stangen die im indischen Mallakhamb verwendet werden erlaubt dies einen viel besseren Griff und ermöglicht dadurch insbesondere Fortgeschrittenen und Profis das Einbinden von diversen Akrobatik-Elementen in die Routinen.

Um Pole Dancing zu lernen ist eine Stange natürlich zwingend erforderlich. Während fortgeschrittene Pole Dancer oftmals ihre eigenen Stangen zu Hause einbauen, ist es für Anfänger ratsam, sich zum Erlernen der Sportart in einem entsprechenden Verein anzumelden um Zugang zu hochwertigen Stangen und Lehrpersonal zu haben.

Zu Beginn lernen Anfänger einzelne Übungen, die in ihrer Schwierigkeit stark variieren können. Wenn der Praktizierende dann einige Einzelübungen beherrscht, kann er dazu übergehen, diese Übungen zu einer Routine zu verbinden. Im kompetativen Pole Dancing sind solche Routinen meist 3-5 Minuten lang und werden durch Musik untermalt. Durch diese Kombination zwischen akrobatischen und tänzerischen Elementen kam dem Autor dieses Artikels bei seiner Recherche oftmals der Gedanke, dass Pole Dancing in etwa “Rhythmische Sportgymnastik für Erwachsene” ist.
Aus einer rein sportlichen Perspektive aus betrachtet ist Pole Dancing ein sehr effektives Ganzkörpertraining, da es viele verschiedene Körperteile auf unterschiedliche Arten belastet. Griffkraft, Flexibilität, Schnellkraft und Körperspannung, insbesondere im Oberkörper, sind hierbei besonders erwähenswert. Aufgrund der Kombination von einzelnen Übungen zu einer Routine ist Pole Dancing sowohl ein Ausdauer- als auch ein Krafttraining.
Angesichts der wachsenden Popularität des Sports ist anzunehmen, dass sich das öffentliche Bild von Pole Dancing in absehbarer Zeit ändert und sich das Tanzen an einer Stange zu einer durchaus interessanten Alternative zum bekannten Turnen etablieren kann.

Quellen:
http://ipdfa.com/
https://en.wikipedia.org/wiki/Pole_dance

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